Wie Deutschland klimaneutral werden soll

Unser Leben, Arbeiten und Wirtschaften hat 2050 keine negativen Auswirkungen mehr auf unser Klima. Die Energieversorgung Deutschlands basiert vollständig auf erneuerbaren Energien, unsere Gebäude werden mit erneuerbaren Energien beheizt. Unsere Industrie ist 2050 auf den Weltmärkten weiterhin führend, gerade weil sie CO2-neutral produziert und Technologien exportiert, die die klimaneutrale Welt von morgen braucht. So sichern wir die Arbeitsplätze für die Zukunft und erreichen gleichzeitig unsere ökologischen Ziele.
Um in Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral leben, arbeiten und wirtschaften zu können, werden wir dafür sorgen, dass wir unseren Strom bis zum Jahr 2040 vollständig aus erneuerbaren Energien beziehen. Dafür müssen jetzt, in den 2020er Jahren, die richtigen Entscheidungen getroffen werden: Beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze, beim Aufbau von Speichertechnologien und einer Wasserstoffproduktion sowie eines Transportnetzes, bei Investitionen in klimafreundliche Produktionsprozesse in der Industrie, bei der Modernisierung von Wohngebäuden, Fabriken und Schulen.
Erneuerbarer Strom wird in allen Sektoren eingesetzt. Dort, wo eine direkte Elektrifizierung nicht sinnvoll ist, werden wir große Mengen klimaneutralen Wasserstoffs benötigen. Wasserstoff stößt bei der Verbrennung keinerlei Treibhausgase aus und ist gut speicherbar. Es ist reichlich vorhanden und lässt sich durch die Aufspaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff erzeugen. Ohne sauberen Wasserstoff in großindustriell hergestelltem Maßstab ist Klimaneutralität nicht zu erreichen.

Wir brauchen mehr Tempo beim Ausbau der Stromnetze, Wasserstoffleitungen und Ladesäulen für Elektroautos. Der Ausbau dieser Infrastrukturen muss dem Bedarf vorausgehen. Unsere Planungen müssen auf das Jahr 2050 ausgerichtet sein und dürfen nicht nur bis zum Jahr 2025 reichen.

In einem Zukunftspakt zwischen Bund, Ländern, Kommunen und kommunalen Spitzenverbänden vereinbaren wir verbindliche Ausbaupfade für die erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind. Damit die Energiewende vor Ort zur Win-Win-Situation für alle wird, laden wir Bürger*innen und Gemeinden zum Mitmachen ein, indem wir Mieterstrom und gemeinschaftliche Eigenversorgung stärken, kommunale Beteiligungsmodelle fördern und nachhaltige Strom-Anleihen auflegen.

Wir wollen dafür sorgen, dass alle dazu geeigneten Dächer von öffentlichen Gebäuden und gewerblichen Neubauten eine Solar-Anlage bekommen. Unser Ziel ist eine Solar-Anlage auf jedem Supermarkt und jeder Schule. Wir werden innovative Formen der erneuerbaren Stromerzeugung wie integrierte Photovoltaik in der Gebäudehülle und auf landwirtschaftlichen Flächen gezielt fördern und neue strategische Energiepartnerschaften aufbauen.

Wie der Strom endlich billiger wird

Seit Anfang 2021 gilt im Zuge des nationalen Emissionshandels ein CO2-Preis. In Kombination mit anderen Maßnahmen wie dem Umweltbonus beim Kauf eines Elektroautos oder Förderprogrammen zum Heizungstausch sorgt er dafür, dass klimafreundliche Alternativen attraktiver werden. Wir werden den Einsatz erneuerbarer Energien im Verkehr und der Gebäudewärme durch die sogenannte Sektorenkopplung unterstützen. Daher werden wir die Umlage für erneuerbare Energien (EEG-Umlage) bis 2025 abschaffen und aus dem Bundeshaushalt finanzieren. Dazu dienen auch die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung.
Diese Maßnahme leistet auch einen Beitrag zur sozialen gerechten Finanzierung der Energiewende, weil dadurch die Stromrechnung deutlich sinkt. Wir werden dafür sorgen, dass Bürger*innen mit niedrigen Einkommen nicht ins Hintertreffen geraten. Wir werden prüfen, ob im Laufe der Zeit und mit dem Ansteigen des CO2-Preises weitere Ausgleichsmaßnehmen – wie ein Pro-Kopf-Bonus – möglich werden.

Auch der Gebäudesektor muss schrittweise CO2-neutral werden. Mit dem CO2-Preis wollen wir vor allem Investitionen lenken und Vermieter*innen zur Modernisierung motivieren. Gerade im Bestands-Mietwohnungsbau gibt es noch viel zu tun. Wir haben das Ziel, dass bis 2030 fünf Millionen Häuser über Wärmepumpen versorgt werden. Wir werden gesetzliche Regelungen schaffen, dass der CO2-Preis von den Vermietern getragen wird. Dabei orientieren wir uns am Ziel der Warmmieten-Neutralität.

Die Mobilität der Zukunft

Das Auto bleibt für viele Menschen wichtig. Aber der Schadstoffausstoß wird auf null reduziert sein. Und immer mehr Bürger*innen steigen auf Bus, Bahn oder das Rad um. Alle Bürger*innen müssen schnell, zuverlässig und klimafreundlich von A nach B gelangen können, in der Stadt und auf dem Land. Dafür denken wir Mobilität neu: nachhaltig, bezahlbar, barrierefrei und verlässlich. Unsere Mission ist eine klimafreundliche Mobilität für alle.

Wir werden einen Mobilitätsplan 2030 auf den Weg bringen, der den Öffentlichen Personennahverkehr und den Schienenverkehr auf ein neues Niveau bringt. Der Bund wird durch Austauschprogramme seinen Beitrag leisten, damit alle neuen Busse und Bahnen bis 2030 in den Kommunen klimaneutral fahren und die vorhandenen Flotten modernisiert sind. Förderprogramme sollen Kommunen dabei unterstützen, in Städten mehr Fläche für öffentlichen Verkehr, Fußgänger und Radfahrer zu schaffen.

An Knotenpunkten werden wir die Einrichtung von barrierefreien Mobilitätsstationen für nachhaltige urbane Mobilität fördern, damit möglichst viele vom Auto auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen. Wir werden eine nationale Leitstelle Mobilität einrichten, die die Erarbeitung regionaler Mobilitätspläne unterstützt und die Beteiligung vor Ort sicherstellt.

Der Schienenverkehr ist ein Schwerpunkt unserer verkehrspolitischen Agenda. Bahnfahren soll innereuropäisch günstiger und attraktiver als Fliegen sein. Wir wollen rasch den Deutschlandtakt umsetzen und einen Europatakt aufbauen. Hierfür werden wir investieren:
In den Aus- und Neubau des Schienennetzes, in den Lärmschutz und den Ausbau von Bahnhöfen.

Die Zukunft gehört den elektrischen Antrieben. Wir wollen diese Entwicklung aktiv gestalten, damit die Automobilindustrie Leitindustrie bleibt und die Zukunft der vielen kleinen und mittelständischen Zulieferer mit ihren Arbeitsplätzen gesichert ist. Wir wollen die Elektrifizierung des Verkehrs massiv voranbringen. 2030 sollen mindestens 15 Millionen Pkw in Deutschland voll elektrisch fahren.
Wir wollen Deutschland zu einem Zentrum der Batteriezellenfertigung und des Recyclings gebrauchter Batterien machen. Im Schwerlastverkehr wird auch die Wasserstoff- Brennstoffzelle eine wichtige Rolle spielen. Die weitere Forschung hierzu werden wir unterstützen. Wir unterstützen die Automobil-Zulieferindustrie bei der Umstellung ihrer Produktionsprozesse und der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Gemeinsam mit Sozialpartnern und lokalen Akteuren werden wir regionale Transformationscluster aufbauen.
Wir machen das Stromtanken so einfach wie bisher das Tanken von Benzin und Diesel. Den Fortschritt beim Ausbau der Ladesäulen für Elektroautos wollen wir vierteljährlich evaluieren und wo nötig mit Versorgungsauflagen und staatlichem Ausbau die notwendige verlässliche Erreichbarkeit von Ladepunkten herstellen.

5 Punkte die notwendig sind, um die Klimakatastrophe zu verhindern

Es herrscht Krieg. Die Menschheit steht vor ihrer größten Herausforderung. Über Länder und Kontinente hinweg gibt es einen gemeinsamen Gegner: Den Klimawandel.

Viel Zeit bleibt uns nicht mehr, um unsere Welt zu retten. Schon heute stoßen wir viel zu viel Treibhausgase aus und roden Urwälder. Das Klima schlägt immer heftiger zurück: Überschwemmungen, Schlammlawinen, Dürreperioden, Wasserknappheit und Waldbrände sind die Auswirkungen unseres Handelns. Umso wichtiger ist es, dass die Weltbevölkerung dagegen vorgeht und dafür sorgt, dass der Klimawandel gestoppt wird. Deutschland nimmt dabei als führende Industrienation nicht nur eine Vorbild- sondern auch eine Vorreiterrolle ein.

Hier sind fünf Punkte, die ich gemeinsam mit Ihnen in der nächsten Regierung umsetzen will, um den Klimawandel zu stoppen:

1. Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. Dabei ist die dezentrale Energieversorgung der zentralen vorzuziehen. So sichern wir die Versorgung auch vor Hackerangriffen und Terrorismus.

2. Verpflichtende Regelungen zur Nutzung von erneuerbaren Energien bei allen Bauprojekten – egal ob Einfamilienhaus, Gewerbeanwesen oder öffentliche Einrichtung.

3. Ein kostenloser ÖPNV. Um den CO2 Ausstoß und die Feinstaubbelastung in unseren Städten und Gemeinden weiter zu reduzieren braucht es einen Anreiz zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, denn nur so verzichten wir freiwillig auf ein teures Auto.

4. Förderung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur und der Wasserstofftechnologie. Um zukünftig eine verlässliche Mobilität gewährleisten zu können braucht man mehr als nur die Elektromobilität. Durch Power-to-X kann überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien gespeichert und klimaneutral in Schiffen, Bussen, Lastwagen und Flugzeugen verbrannt werden.

5. Verbindlicher Ausstieg aus Kohle und Verbrennungsmotor bis spätestens 2030. Dabei dürfen die Kohleregionen nicht vernachlässigt werden. Der dort stattfindende Strukturwandel muss aktiv gestaltet werden und die Menschen brauchen Zukunftsperspektiven.

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